Stellungnahme zur Vergütungsdeckelung

Derzeit ist durch den GDV angestoßen offensichtlich auch bei der großen Koalition in Berlin eine Deckelung der Abschlusscourtagen für Lebensversicherungsprodukte in der Diskussion

Dazu hat der 1. Stellvertretende Vorsitzende der IGVM e.V., Wilfried E. Simon, Stellung genommen:


Die Deckelung der Courtagen/Provisionen für die LV ist ja nur die eine vom GDV e.V. angestoßene Offensive. Zusätzlich wurde die erneute Verlängerung der Stornohaftung auf 10 Jahre ins Gespräch gebracht, dann die 5. seit 1985 von ursprünglich einem auf dann zehn Jahre bei gleichen Abschlusscourtagen. Soll diese – schon jetzt zu lange – Haftungszeit bei 5 Jahren bleiben, soll nach dem Vorschlag des GDV ein weiterer Abschlag von der Courtage auf 20 bis 25 %o (10 Jahre: Deckelung auf 30 bis 35 %o) vorgenommen werden.
Mit 5 Jahren Stornohaftung ist das Ende der Fahnenstange erreicht, denn selbst bei bester Beratung werden geschlossene Verträge durch den Versicherungsnehmer bei Änderung seiner Lebenssituation vorzeitig beendet, was beim Versicherungsmakler zur Rückzahlung der .unverdienten‘ Abschlusscourtage führt. Bei der ganzen Diskussion wird übersehen, dass Versicherungsmakler Abschlusscourtagen benötigen, um damit niedrige Courtageerlöse im Kompositbereich (SUH-K-RS etc.) zu subventionieren (Quersubvention).
Die IGVM fordert von der Versicherungswirtschaft, dass sie flexiblere Vorsorgeprodukte kreiert, die sich den Lebensumständen des Versicherungsnehmers bzw. der versicherten Person verlustfrei anpassen lassen. Weiterhin fordern wir, dass alle Versicherungsunternehmen neben den Bruttopolicen Versicherungsmaklern auch abschlusskostenfreie Nettotarife auf Verlangen anbieten müssen. Denn die jetzige Handhabung nach § 8 KaIV, wonach die Abschlusskosten in die Prämien eingerechnet werden, stellt gegenüber Versicherungsmaklern, die im Lager der Versicherungsnehmer und damit auf der Nachfragerseite stehen, eine unzulässige Preisbindung der zweiten Hand dar, die gegen europäisches Kartellrecht verstößt. Versicherungsmakler müssen, wie andere Kaufleute auch, Ihre Handelsspanne selbst frei nach Aufwand und Ertragserwartung kalkulieren können. Das wäre Verbraucherschutz auf höchstem Niveau!


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